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BUND-Kreisgruppe Warendorf

Landwirtschaft im Kreis Warendorf

Warendorf ist ein Kreis, der durch Agrarlandschaften geprägt ist. Für den BUND Warendorf ist die Landwirtschaft daher ein wichtiges Thema, bei dem wir aktiv politisch mitgestalten.

Der BUND aktiv auf der "Wir haben es satt"-Demo 2019 in Berlin. Der BUND aktiv auf der "Wir haben es satt"-Demo 2019 in Berlin.  (Dirk Jansen)

Die BUND-Kreisgruppe Warendorf tritt für eine Agrarwende ein, weg von der intensiven, konventionellen Landwirtschaft hin zu einer ökologisch ausgerichteten. Dafür gehen wir seit Jahren jeden Januar mit Tausenden anderen Mitstreitern in Berlin auf die Demo "Wir haben es satt – für Bauernhöfe statt Agrarfabriken".

Forderung: Pestizidfreie Kommunen!

Artenschwund und Insektensterben in der Agrarlandschaft sind vor allem das Ergebnis einer Intensivierung der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen, die einhergeht mit einem enormen Verbrauch an Pestiziden.

Initiiert vom Landesverband NRW haben wir uns der Umfrage bzw. Anregung "Pestizidfreie Gemeinden voranbringen" angeschlossen und die Kommunen Ahlen, Beckum und Telgte angeschrieben. Während Ahlen in seinem Stadtgebiet auf Freiflächen wie Parks, Sportplätze usw. grundsätzlich kein Glyphosat oder ein anderes Pestizid anwendet, sondern ausschließlich auf eine mechanische Bearbeitung zurückgreift, setzten Beckum und Telgte weiterhin in Ausnahmefällen
Glyphosat bzw. andere Pestizide ein. 

Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, auch in Warendorf nicht ungewöhnlich. Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, auch in Warendorf nicht ungewöhnlich.  (maxmann/Pixabay)

Bei allen drei Kommunen waren bisher auf den verpachteten städtischen landwirtschaftlichen Flächen keine Beschränkungen in der Anwendung von Pestiziden im Pachtvertrag vorgesehen. Ahlen hat auf unsere Anregung reagiert und wird in Zukunft bei der Verpachtung an Landwirte den Einsatz von Glyphosat nur noch einmal in drei Jahren zulassen.

Zugleich wird eine dreiteilige Fruchtfolge vorgeschrieben. Außerdem wird die Anlage von Blühstreifen entlang von Ackerflächen zur Auflage gemacht. Zu den Schlusslichtern bei den 61 angeschriebenen Kommunen in NRW gehört dagegen die Stadt Beckum: Sie lehnt "ökologisch motivierte Auflagen" bei Verpachtungen ihre städtischen landwirtschaftlichen Flächen ab und setzt auf Freiwilligkeit bei der Anlage von Blühstreifen. Wie Telgte reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Fazit: Der Handlungsbedarf bleibt bestehen und wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass alle kreisweiten Gemeinden ihre gesetzlich vorgeschriebene Vorbildfunktion erfüllen und eine pestizidfreie Landwirtschaft fördern. 

Teilnahme an "Runden Tischen"

Regelmäßig nehmen Mitglieder der Kreisgruppe am "Runden Tisch zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften" teil. Dieser Gesprächskreis basiert auf einer Rahmenvereinbarung, die im Jahr 2014 der damalige Umweltminister Remmel mit dem Westfälischen (WLU) und Rheinischen Landwirtschaftsverband (RLV) sowie der Landwirtschaftskammer zur Förderung der Biodiversität in NRW geschlossen hat.

Ziel des "Runden Tisches" ist es, Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt im Kreis Warendorf zu benennen und deren Umsetzung unterstützend zu begleiten. Die Treffen finden zweimal jährlich statt. Unter Federführung der Unteren Naturschutzbehörde nehmen an diesen Treffen Vertreter der Landwirtschaftskammer, des WLV, der NABU-Naturschutzstation Münsterland, sowie des ehrenamtlichen Naturschutzes, insbesondere auch des BUND, teil. Adressaten der Vorschläge sind vor allem die Flächeneigentümer, also insbesondere die Land- und Forstwirte, aber auch etwa die Gemeinden. Die am "Runden Tisch" beteiligten Akteure werben im Rahmen ihrer Möglichkeiten bzw. bei ihren Mitgliedern für die Umsetzung der Vorschläge. Wichtige Themen sind z. B. der Kiebitzschutz und die Pflege der Acker- und Wegraine. Für die Umsetzung aller Maßnahmen gilt das Prinzip der Freiwilligkeit.

Als Mitglieder der BUND-Kreisgruppe nutzen wir diese Runde für Diskussionen, Anregungen und als Forum, Defizite in der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen aufzuzeigen. 

Fazit

Den Mitgliedern der BUND-Kreisgruppe Warendorf ist bewusst, dass die entscheidenden Weichenstellungen zur Förderung der Biodiversität nicht im Kreis Warendorf getroffen werden. Eine entscheidende Weiche wird in diesem Jahr durch die Neufassung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf  europäischer Ebene gestellt. Sie entscheidet über den Stellenwert von Natur- und Umweltschutz und seine Berücksichtigung. Allein auf der Basis von Freiwilligkeit wird der Artenschwund nicht zu stoppen sein. 

Kontakt

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